Ängste, Depression und Psychopharmaka

Kürzlich wurde ich in einer E-Mail gefragt, ob man für die Behandlung psychischer Erkrankungen keine psychologische Ausbildung benötigt. Ich habe nicht mal darauf geantwortet,  weil mein Ansatz der Behandlung ein anderer ist, als der eines Psychologen. Denn zu mir kommen Menschen, die nach jahrelanger Psychotherapie eben nicht weiter gekommen sind. Trotzdem gehe ich zu regelmäßigen Fortbildungen, auch im Bereich der Psychotherapie. Wir Heilpraktiker haben Fortbildungspflicht, sehen den Menschen aber als Ganzes. Wir trennen nicht zwischen Körper und Psyche, denn eines hat Wirkung auf das Andere.

Darum möchte ich hier meine Methode etwas erläutern. Was ist eine psychische Erkrankung? Die Medizin ist sich einig, es handelt sich um eine Hirnstoffwechselstörung. Da in der Schulmedizin Symptome behandelt werden, bekommen Betroffene Psychopharmaka, meist SSRI (Serotoninwiederaufnahmehemmer) verordnet.

Was macht nun dieses Medikament? Unser Körper ist sehr ökonomisch. Alles, was für ihn IMG 0667-e1451402279416-225x300 in Ängste, Depression und Psychopharmakawichtig ist, versucht er zu behalten und so werden die Serotoninmoleküle sehr schnell aus dem synaptischen Spalt rückrecycelt. Damit dieses nicht so schnell wieder vom Körper vorgenommen wird, verordnet die Medizin also SSRI und die Menschen sollen sich besser fühlen. Es wird verhindert, dass die wenigen Serotoninmoleküle zu schnell wieder aufgenommen werden. So weit so gut.

Was aber, wenn da in dem synaptischen Spalt (rechte Darstellung) gar nichts drin ist? Dann hat man alle Nebenwirkungen und keine Wirkung. Nun meine Frage: Wenn doch eine Hirnstoffwechselstörung vorliegt, warum schickt man die Leute jahrelang zur Gesprächstherapie, anstatt diese Hirnstoffwechselstörung zu beheben? Noch besser wäre die Kombination aus Beidem: Behebung der Hirnstoffwechselstörung mit orthomolekularer Medizin und Ursachensuche, was bei mir mittels Hypnose geschieht.

Manchmal ist die Ursache überhaupt nicht in der Psyche zu finden, sondern eine reine körperliche Mangelsituation im Bereich der Hormone und Neurotransmitter. Die Ängste, die Depression oder der Burnout folgen auf diese Mangelsituation als Symptom. Das ist auch der Grund, weshalb viele Langzeittherapien so oft ins Leere gehen.

Und was wird gemacht, wenn das wühlen im Sumpf der Vergangenheit nichts bringt? Noch eine höhere Dosis, noch ein anderes Mittel, mit bescheidenem Erfolg. Dafür bekommt man gratis ein paar “Nebenwirkungen”: Gewichtszunahme (schließlich verursacht diese “Verlangsamung” auch, dass der Stoffwechsel langsamer wird) Herzrhythmusstörungen (jeder der welche hat weiß, dass die auch Ängste verursachen) sexuelle Dysfunktion wie mangelnde Libido oder Impotenz (ist nur schlimm für die Menschen, die ihr Sexualleben lieben) Schlafstörungen, innere Unruhe, Kopfschmerzen, als Langzeitwirkung Tremor (parkinsonähnliche Symptome wie das Zittern) oder Osteoporose. Fast hätte ich die erhöhte Suizidgefahr vergessen.

Mal abgesehen davon, das wir Heilpraktiker keine schweren psychischen Erkrankungen behandeln wie z.B. Schizophrenie, gehören Angststörungen mit all ihren Facetten zu den psychischen Erkrankungen, die Heilpraktiker behandeln dürfen. Manche meiner Kollegen haben mit Homöopathie gute Erfolge, andere mit Prana heilen und was es da noch Möglichkeiten so gibt.

Ich bevorzuge die orthomolekulare Medizin in Kombination mit der Hypnosetherapie, weil sie in der Regel innerhalb weniger Wochen spürbare Verbesserungen bringt. Einen Wermutstropfen gibt es: Während die Krankenkassen jahrelange Psychotherapie bezahlen, ist die Hypnosetherapie und alles was Sie an Vitaminen und Mineralien benötigen Ihre Privatsache. Das ist das Nagelstudio, die Kosmetikerin, das Falten unterspritzen, der Lohnausfall bei langer Erkrankung, die Konzertkarte, der Kegelclub aber auch.

 

 

Update 24.04.2015

Ich habe den Artikel mit meinen Facebook-Gruppen geteilt. Die Resonanz darauf war interessant, u.a. man könne den Menschen nicht einfach so empfehlen, ihre Psychopharmaka abzusetzen. Habe ich das oder wurde das in den Text hineininterpretiert?

Ich möchte hier folgendes anmerken:

1. Was ist im Artikel geschildert habe ist leider gängige Praxis. Viele, die in eine depressive Stimmung verfallen, bekommen erst mal auch von Hausärzten, eine Psychopharmaka verordnet. Ich mache den Ärzten nicht zum Vorwurf, dass sie nicht ganzheitlich denken, denn sie haben einfach keine Zeit, sie eine Stunde mit dem Patienten zu unterhalten und alle Facetten des Lebens abzuklopfen. Aber es ist Ihr Leben und nicht das des Arztes. Also ist es auch Ihre Verantwortung, den Sie leben mit den Folgen.

2. Ich habe nicht geraten, die Psychopharmaka wegzuwerfen, sondern den Serotoninspiegel anzuheben. Erst dann und Schritt für Schritt kann die Psychopharmaka ausgeschlichen werden.

3. Wenn Sie Psychopharmaka nehmen, sprechen Sie ihren Therapeuten darauf an, wie er gedenkt, Ihnen zu helfen, dass Sie ihren Glückshormonspiegel wieder anheben können. Das Blockieren Ihrer Synapsen ist keine Dauerlösung. Dazu ist auch eine Blutuntersuchung erforderlich. Heutzutage kann man alles im Blut messen, auch, wie es um Ihre Neurotransmitter aussieht. Wenn er nicht weiß, wie das geht und was er messen lassen soll, bedeutet das nur, dass er sich nicht entsprechend weiter gebildet hat. Dann ist es in Ihrer Verantwortung, sich die entsprechenden Informationen zu beschaffen und mit ihm zusammen eine Lösung zu finden, die Psychopharmaka auszuschleichen. Es ist Ihr Körper, es ist Ihr Leben, nicht seines.

4. In der Regel müssen Sie die Untersuchung des Blutes im Labor und die entsprechenden Mittel, zum Aufbau Ihrer Neurotransmitter teilweise selbst bezahlen. Ich weiß, Gesundheit ist teuer, Krankheit noch viel mehr.

5. Haben Sie Geduld. Ihr Leiden ist nicht über Nacht vom Himmel gefallen, nicht einmal dann, wenn traumatische Belastungsstörungen dazu kommen. Ein gut versorgter Körper steckt mehr weg, als ein ausgebrannter. Auch wenn die erste Panikattacke sich anfühlt, als wäre sie plötzlich da, gibt es eine lange Vorgeschichte der Unachtsamkeit mit sich selbst. Das bedeutet, wie auch immer die Lösung aussieht, eine positiver Veränderung passiert nicht in ein paar Tagen.

Und zum Schluss noch etwas zum Nachdenken:

Wurde Ihr Blut untersucht, bevor Sie Ihre Psychopharmaka bekommen haben? Wurde zwischendrin untersucht, ob sich was verändert? Was machen Sie, wenn die Ölkontroll-Lampe an Ihrem Auto leuchtet? Kleben Sie diese dann zu, damit Sie diese nicht mehr sehen? 

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine therapeutische Empfehlung und spiegelt nur meine private Meinung wieder.

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4 Kommentare zu Ängste, Depression und Psychopharmaka

  1. Christel Mannsperger sagt:

    Hallo liebe Angelika,
    toller Artikel, super gut erklärt. Danke

  2. Birgit sagt:

    Liebe Angelika,
    super, dass du dich entschossen hast, deinen Blog wieder zu beleben. Du hattest sicher deine Gründe dass du den alten Blog gelöscht hast.
    Trotzdem habe ich deine informativen Beiträge vermisst. Ich kenne wenige Kollegen, mit so einem umfangreichen Wissen und der Erfahrung wie du. Darum freue ich mich, mehr von dir zu lesen.

    Liebe Grüße
    Birgit

  3. Ingrid Seifermann sagt:

    Ich finde es war an der Zeit die Wahrheit zu sagen. Viele Menschen gehen nur von Arzt zu Therapeut, ohne sich selbst Gedanken um ihren Körper und ihren Zustand zu machen. Jeder ist verantwortlich für sich selbst und deshalb ist es eine Pflicht, sich selbst zu informieren und nicht nur zu denken, die Ärzte und Therapeuten werden schon wissen was sie tun. Jeder ist verantwortlich für seine eigene Gesundheit und Gehirn einschalten sollte ein Teil davon sein. Lieber lässt man sich monatelang oder jahrelang therapieren, weil es die Krankenkasse bezahlt, als nur einen Bruchteil dieser Kosten selbst aufzuwenden und in sich und seine Gesundheit zu investieren. Von den Nebenwirkungen der Psychopharmaka brauchen wir erst gar nicht zu reden.

  4. Heute habe ich einen Artikel gelesen, den ich gerne hier teilen möchte:

    http://www.strunz.com/de/news/hundertfuenfzig-tote-klagen-an.html

    Dass das Suizidrisiko mit SSRI erhöht ist, das wusste ich. Dass es um das Fünffache erhöht ist, war auch mir neu. Aber ich verstehe, weshalb es Selbstmorde gibt, trotz ärztlicher Behandlung mit Psychopharmaka.

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